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Balkontür oder Terrassentür kaufen: Bauarten, Kosten und Einbau

Adrian Gatzke
Adrian Gatzke
Zuletzt aktualisiert:
02.11.2026
•
Lesezeit:
8
Die Terrassentür ist das Bauteil, das im Sommer am häufigsten geöffnet wird

Balkontür oder Terrassentür: Wo liegt der Unterschied?

Technisch gibt es keinen. Beide Begriffe meinen eine Tür mit großem Glasanteil, die vom Wohnraum nach draußen führt. Von einer Balkontür spricht man meist im Obergeschoss, von einer Terrassentür im Erdgeschoss mit Zugang zum Garten. Der Unterschied zu einem Fenster liegt in der Nutzung: Die Terrassentür geht im Sommer oft dutzendfach am Tag auf, liegt meist auf der Rückseite des Hauses und muss deshalb bei Bedienkomfort und Sicherheit mehr leisten als ein Fenster.

Wer eine Balkontür oder Terrassentür kaufen möchte, entscheidet vor allem über vier Punkte: die Öffnungsart, das Rahmenmaterial, die Schwelle und die Sicherheitsausstattung. Aus diesen vier Punkten ergeben sich auch die Kosten.

Die Bauarten im Vergleich

Dreh-Kipp-Tür

Die häufigste Bauart. Sie funktioniert wie ein großes Fenster: Der Flügel lässt sich drehen und zum Lüften kippen. Die Dreh-Kipp-Tür ist die günstigste Lösung und lässt sich gut mit einer flachen Schwelle kombinieren. Ihr Nachteil: Der geöffnete Flügel schwenkt in den Raum und braucht Platz davor. Bei Öffnungen ab etwa 1,2 Metern stößt sie an ihre Grenzen, weil der Flügel schwer wird und der Beschlag auf Dauer unter dem Gewicht leidet. Für breitere Öffnungen gibt es sie zweiflügelig, als sogenannte Stulptür ohne festen Mittelpfosten.

Parallel-Schiebe-Kipp-Tür (PSK)

Bei der PSK-Tür wird der Flügel zunächst ein Stück aus dem Rahmen gestellt und dann parallel vor dem feststehenden Teil zur Seite geschoben. Kippen lässt sie sich ebenfalls. Der große Vorteil: Kein Flügel ragt in den Raum, Esstisch und Sofa können direkt davor stehen. Dafür wird nur etwa die Hälfte der Elementbreite zur Durchgangsöffnung. Die PSK-Tür liegt preislich und technisch zwischen Dreh-Kipp-Tür und Hebeschiebetür und ist eine gute Wahl für mittelgroße Öffnungen, vor denen wenig Platz ist.

Hebeschiebetür (HST)

Beim Drehen des Griffs wird der gesamte Flügel angehoben und läuft anschließend auf einer Laufschiene zur Seite. So lassen sich Elemente mit mehreren hundert Kilogramm mit einer Hand bewegen, und Breiten von sechs Metern und mehr sind möglich. Geschlossen senkt sich der Flügel auf die Dichtung ab, deshalb dichtet die Hebeschiebetür zuverlässig, und die thermisch getrennte Bodenschwelle bleibt flach. Sie ist die teuerste der drei klassischen Bauarten und lohnt sich vor allem bei großen Öffnungen zum Garten. Mehr dazu auf unserer Seite zu Hebeschiebetüren und Faltwänden.

Große Glasfronten: Faltwand und rahmenlose Schiebetür

Soll die Öffnung im Sommer vollständig frei werden, ist eine Glas-Faltwand eine Möglichkeit: Die Flügel falten sich zur Seite und geben fast die ganze Breite frei. Wer dagegen möglichst wenig Rahmen sehen möchte, findet mit den Solarlux cero Schiebetüren eine nahezu rahmenlose Lösung mit rund 98 Prozent Glasanteil und Flügeln bis 15 Quadratmeter. Beides sind Lösungen für Neubau oder Umbauten, wie z.B. eine energetische Sanierung.

Kunststoff, Holz oder Aluminium?

Balkon- und Terrassentüren gibt es aus denselben Materialien wie Fenster. Kunststoff ist die wirtschaftlichste Wahl und pflegeleicht. Holz bringt eine warme Optik und lässt sich in nahezu jeder Farbe und Kontur fertigen. Aluminium trägt große Glasflächen mit schlanken Rahmen und spielt seine Stärke vor allem bei Hebeschiebetüren und breiten Elementen aus. Was die Materialien im Detail unterscheidet, zeigt unser Vergleich der Fenstermaterialien. Soll die Tür gefördert werden, ist in der Regel eine Dreifachverglasung nötig, um den geforderten Dämmwert zu erreichen.

Schwelle und Barrierefreiheit

Die Schwelle ist das Detail, das im Alltag am meisten auffällt. Eine hohe Schwelle wird zur Stolperkante, mit dem Tablett genauso wie mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl. Für barrierefreie Wohnungen gibt die DIN 18040-2 vor, dass untere Türanschläge und Schwellen grundsätzlich zu vermeiden sind. Sind sie technisch unabdingbar, dürfen sie höchstens 2 Zentimeter hoch sein.

Eine flache Schwelle braucht allerdings eine saubere Planung. Je niedriger der Anschlag, desto wichtiger werden die Abdichtung am Bodenanschluss und der Wasserablauf davor, etwa über eine Entwässerungsrinne oder eine Überdachung. Deshalb gehört die Schwelle von Anfang an in die Planung und nicht ins Zubehör. Wer heute saniert, spart sich mit einer flachen Schwelle den zweiten Umbau, wenn sich die Lebenssituation später ändert.

Sicherheit: die Tür hinter dem Haus

Terrassentüren liegen meist auf der Gartenseite und sind von der Straße aus nicht einsehbar. Für Einbrecher ist das ein bevorzugter Ansatzpunkt. Die Polizei empfiehlt für Fenster und Türen in Wohnhäusern mindestens die Widerstandsklasse RC 2. Dazu gehören Pilzkopfverriegelung mit Sicherheitsschließblechen, ein abschließbarer Griff und Sicherheitsglas. Was die Widerstandsklassen bedeuten, erklären wir im Ratgeber zum Einbruchschutz. Wie wir Terrassentüren absichern, steht unter Einbruchschutz für Türen.

Zwei Ergänzungen lohnen sich, wenn sie von Anfang an mitgeplant werden: ein Rollladen für die Terrassentür, der zugleich vor Hitze, Blicken und Einbruch schützt, und ein Insektenschutz für die Tür, damit die Tür im Sommer offen stehen kann.

Was kostet eine Balkontür oder Terrassentür?

Die Kosten hängen von Bauart, Größe, Material und Ausstattung ab. Aktuelle Marktübersichten nennen folgende Orientierungswerte, jeweils mit Lieferung und Einbau in eine vorhandene Öffnung (Stand Sommer 2026):

  • Dreh-Kipp-Tür, einflügelig, etwa 1 Meter breit: in Kunststoff rund 900 bis 2.400 Euro, in Holz rund 1.600 bis 3.200 Euro, in Aluminium rund 1.800 bis 3.500 Euro.

  • PSK-Tür, etwa 2 Meter breit: in Kunststoff rund 1.800 bis 2.700 Euro, in Holz rund 2.200 bis 3.500 Euro, in Aluminium ab rund 2.500 Euro.

  • Hebeschiebetür, etwa 3 Meter breit: in Kunststoff rund 2.800 bis 6.500 Euro, in Holz und Holz-Aluminium rund 4.500 bis 10.500 Euro, in Aluminium rund 5.500 bis 11.000 Euro.

Teurer wird es durch Sicherheitsglas und RC2-Beschläge, Farben und Holzdekore, eine flache Schwelle mit aufwendigem Bodenanschluss, einen Rollladen sowie bauliche Arbeiten. Wird eine Fensteröffnung zur Tür vergrößert, kommen Maurer- und gegebenenfalls Statikarbeiten hinzu. Einen verbindlichen Preis gibt es erst nach dem Aufmaß vor Ort. Mit welchen Kosten Sie bei neuen Fenstern rechnen sollten, zeigt unser Preis-Leitfaden für Fenster mit Einbau.

Balkon- und Terrassentüren sind über die BAFA förderfähig, wenn sie einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Wie viel Zuschuss realistisch ist und wann der Steuerbonus besser passt, steht in unserem Ratgeber zur Förderung für neue Fenster und Türen.

Der Einbau: darauf kommt es an

Eine Terrassentür ist schwerer als ein Fenster und wird deutlich öfter bewegt. Ob der Flügel in zehn Jahren noch sauber schließt, entscheidet sich beim Einbau: Der Rahmen muss exakt in Lot und Waage sitzen und fest im Mauerwerk verankert sein, die Fuge wird nach RAL abgedichtet. Besondere Sorgfalt braucht der Anschluss unten, weil dort Schlagregen und Spritzwasser ankommen.

Beim Aufmaß wird die Höhe vom fertigen Fußboden gemessen, nicht vom Rohboden. Ist der Bodenbelag noch nicht verlegt, muss dessen Aufbauhöhe eingerechnet werden. Wie das genau funktioniert, zeigt unsere Anleitung zum Ausmessen von Fenstern und Türen. Bei Hebeschiebe- und PSK-Türen empfehlen wir grundsätzlich das Aufmaß durch den Fachbetrieb, weil die Maße stark vom System abhängen.

Soll aus einem Fenster eine Tür werden, wird die Brüstung darunter entfernt und die Öffnung nach unten vergrößert. Je nach Wand, Sturz und Bundesland kann das einen Statiker oder eine Genehmigung erfordern. Das klären wir vor dem Angebot.

Der Ablauf bei uns: Beratung, Aufmaß vor Ort, Angebot, Fertigung und Montage durch unsere eigenen Monteure. Liefer- und Montagetermine liegen meist bei zwei Wochen aufwärts.

Häufige Fragen zu Balkon- und Terrassentüren

Welche Terrassentür ist die beste?
Das hängt von der Öffnung und vom Platz im Raum ab. Für normale Öffnungen ist die Dreh-Kipp-Tür die wirtschaftlichste Wahl. Steht vor der Tür wenig Platz zur Verfügung, ist die PSK-Tür sinnvoll. Für große Öffnungen zum Garten ist die Hebeschiebetür die komfortabelste Lösung.

Was kostet eine Hebeschiebetür?
Für eine etwa drei Meter breite Hebeschiebetür nennen Marktübersichten mit Einbau rund 2.800 bis 6.500 Euro in Kunststoff und bis etwa 11.000 Euro in Aluminium. Größe, Verglasung und Ausstattung verschieben den Preis deutlich.

Kann man eine Balkontür ohne Schwelle einbauen?
Eine flache, barrierefreie Schwelle ist möglich. Nach DIN 18040-2 darf sie höchstens 2 Zentimeter hoch sein, wenn sie technisch nicht ganz vermeidbar ist. Wichtig sind eine sorgfältige Abdichtung und ein geregelter Wasserablauf vor der Tür.

Lohnt sich eine PSK-Tür?
Ja, wenn der Raum vor der Tür genutzt wird und kein Flügel hineinschwenken soll. Sie ist günstiger als eine Hebeschiebetür, gibt aber nur etwa die halbe Elementbreite als Durchgang frei.

Wird eine neue Terrassentür gefördert?
Ja, über die BAFA-Förderung, wenn die Tür einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) erreicht und ein Energieeffizienz-Experte eingebunden ist. Alternativ kommt der Steuerbonus nach § 35c EStG in Frage.

Kann eine Terrassentür dort eingebaut werden, wo bisher ein Fenster ist?
In vielen Fällen ja. Die Brüstung unter dem Fenster wird entfernt und die Öffnung nach unten erweitert. Ob dafür ein Statiker oder eine Genehmigung nötig ist, hängt von Wand, Sturz und Einzelfall ab.

Beratung in Verden, Achim und Bremen

Ob Dreh-Kipp, PSK oder Hebeschiebetür: Welche Bauart zu Ihrer Öffnung passt, lässt sich am besten vor Ort klären. Als Fachbetrieb aus Langwedel beraten wir Sie im Landkreis Verden, in Achim, Oyten und im Großraum Bremen, nehmen das Aufmaß selbst und bauen Ihre neue Balkon- oder Terrassentür mit eigenen Monteuren ein. Sprechen Sie uns an.

Adrian Gatzke
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